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Kosmoceraten |
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Meine Sammlerkarriere begann 1973 auf der Schwäbischen Alb, genauer gesagt im westlichen Teil, in der Zollernalb. In einem zwischengelagerten Erdaushub aus einem Weidegebiet bei Tieringen fand ich mit vor Aufregung zitternden Händen meine ersten Kosmoceraten. In meiner ersten "Fachliteratur" - Eberhard Fraas , Der Petrefaktensammler (1910) - entdeckte ich auf Tafel 51 zwei unterschiedliche Arten von Kosmoceraten und im Text wurden sogar 6 Artnamen erwähnt. Das war doch Ordnung im System, das mußte doch auch ich in den Griff kriegen. Aber weit gefehlt. Im Laufe der Zeit wuchs mein Literaturbestand und da konnte ich einmal von berufener Quelle lesen, daß es heute schier unmöglich erscheint, Artnamen von Kosmoceraten festzulegen. Was war denn das ? Wo lag das Problem ? Von was war da überhaupt die Rede ? Zwischenzeitlich veröffentlichte Schlegelmilch den beachtlichen zweiten Band seiner Triologie mit dem Titel - Die Ammoniten des süddeutschen Doggers / 1985 -. Darin sind auch die gängigsten Kosmoceraten von Süddeutschland abgebildet. Vor allen Dingen erwies sich dieses Buch als hervorragender Fundus hinsichtlich Literaturverzeichnis. So wurde mir schnell klar, daß bei Kosmoceraten kein Weg an der Literatur des Prof. Brinkmann vorbeiführen kann. Er führte so um 1927 umfangreiche stammesgeschichtliche Untersuchungen speziell an Kosmoceraten durch. In seiner Monographie der Gattung Kosmoceras von 1929 wertete er die gesamte uralte einschlägige Literatur aus. Er stieß dabei auf etwa 396 Abbildungen bzw. Beschreibungen. Mindestens 103 Artnamen waren bisher vergeben worden und es gab dabei eine Menge von Ungenauigkeiten und Überlappungen. Um Linie reinzubekommen reduzierte er alles auf nur noch 25 Arten und ordnete diese Arten in 5 Stammreihen ein. Es ist heute müßig zu sagen, was dabei nicht stimmig gelöst war. Fakt ist, daß allein die Universität Dijon auf 50 Bildtafeln bereits 43 Kosmoceras-Arten aus dem Unter- und Mittel-Callovium erfaßt hat. Die vielen Formen aus Rußland oder Litauen, die besonders aus dem Ober-Callovium stammen, erhöhen die Zahl der Arten nochmals. Insgesamt dürften mehr als 80 Artnamen vorliegen, die alle begründbar erscheinen. Erschwerend bei der Artbestimmung kommt noch hinzu, daß regionale Rassen ein und der selben Art dennoch recht unterschiedlich aussehen können wie z.B. die Kosmoceraten von Villers sur Mer oder aus Ryazan/Rußland zeigen. Bei der Artbestimmung von Kosmoceraten erscheint mir besonders wichtig zu erwähnen, daß erst im Ober-Callovium eine Tendenz zur Bündelung der Sekundärrippen einsetzt. Das kann sehr hilfreich sein, wenn man mal garnicht mehr weiter kommt mit seiner Artbestimmung. |
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